Rallyesport, Tradition und Spannung im Herzen der Vulkaneife...
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23. August 2026

Rallyesport, Tradition und Spannung im Herzen der Vulkaneife...

Rallyesport, Tradition und Spannung im Herzen der Vulkaneifel
Auch in diesem Jahr bestätigte die 53. ADAC Rallye Oberehe ihren Ruf als eine der beliebtesten nationalen Rallyes im deutschen Motorsport. Die Veranstalter konnten sich bereits früh über ein volles Teilnehmerfeld aus Deutschland und dem gesamten europäischen Ausland freuen, was die Beliebtheit dieser traditionsreichen Veranstaltung widerspiegelt. Unter dem Slogan „Born to Rally“ verband die Rallye sportlichen Anspruch, regionale Verwurzelung und die besondere familiäre Atmosphäre, für die der MSC Oberehe seit Jahrzehnten steht.

Sportlich zählte die Veranstaltung als Lauf zum Ravenol Deutscher Rallye Cup sowie zu diversen regionalen und nationalen Wertungen. Die teilnehmenden Teams mussten insgesamt knapp 60 Kilometer auf Bestzeit zu absolvieren, die zu rund 10 Prozent aus Schotterpassagen bestanden. Durch den, nach der langen Dürreperiode dringend herbeigesehnten Regen in den Tagen vor der Veranstaltung, der bis kurz vor den Start anhielt, wurden die verschiedenen Abschnitte deutlich anspruchsvoller. Gerade die Waldpassagen warteten mit unvorhersehbaren Überraschungen auf die Besatzungen.

Bereits auf der ersten Wertungsprüfung, der einzigen Sprintetappe, konnte sich der viermalige Gesamtsieger der Rallye, Björn Satorius an die Spitze des Feldes setzen. In diesem Jahr war der Hesse erstmals mit seinem neu erworbenen Toyota GR Yaris Rally2 in der Vulkaneifel am Start. Mit Co-Pilot Stephan Schneeweiß konnte er aber direkt von Beginn an das Tempo diktieren.

Die erste Überraschung bot der Saarländer Max Reiter, der zusammen mit seiner Beifahrerin Conny Nemenich im Lancia Ypsilon in einer schnellen Passage von der Strecke abkam und mit annähernd einer Minute Rückstand die Prüfung beendete. Dadurch konnten das MSC-Clubmitglied Andreas Bürgel und sein Beifahrer Hans Peter Loth zunächst die Führung in der RC4 übernehmen.

Auf der zweiten und dritten Wertungsprüfung, die jeweils als Rundkurs ausgetragen wurden, konnten Satorius/Schneeweiß weiterhin das Tempo diktieren und bis zur Halbzeit der Rallye über 17 Sekunden herausfahren. Dahinter entbrannte wie im Vorjahr der Zweikampf zwischen dem niederländischen Ehepaar van den Heuvel und Christopher Gerhard/Lena März, die jeweils einen Citroen C3 Rally2 fuhren. In der Pause trennten die beiden Teams lediglich 3,5 Sekunden.

Im Regrouping mussten die Teams erneut die Reifenfrage für die zweite Schleife der Prüfungen klären. Während im ersten Durchgang Regenreifen die richtige Wahl waren, stellten sich für die zweite Durchfahrt der Wertungsprüfungen trotz dunkler Wolken geschnittene Slicks als beste Option heraus.
Auch die abschließende Schleife wurde erneut von dem hessischen Seriensieger Satorius dominiert, der am Ende mit sechs von sechs möglichen Bestzeiten und über einer halben Minute Vorsprung die 53. Ausgabe der Rallye Oberehe für sich entschied. Nach der Zieldurchfahrt sagte er: „Nachdem ich zu Beginn der Saison nicht auf Anhieb mit dem neuen Auto zurechtgekommen bin, werden wir immer besser und so langsam bin ich da, wo ich hin möchte. Der erste Sieg heute in Hillesheim und die Fortführung meiner Serie bedeuten mir sehr viel!“
Bei der Siegerehrung am späten Abend übergab Wolfgang Bürgel dann erstmals in der langen Tradition der Rallye die symbolische Startnummer 1 für das Folgejahr an den Gesamtsieger. Dieser hat daraufhin seine erneute Teilnahme im Jahr 2027 zugesagt.
Der Kampf um die beiden verbliebenen Podiumsplätze währte bis zum Schluss, allerdings behielten am Ende die Niederländer die Oberhand und sorgten somit dafür, dass das Vorjahrespodium in gleicher Reihenfolge erneut besetzt war. Jasper und Martine van den Heuvel setzten sich gegen Christopher Gerhard und Lena März durch und freuten sich über den zweiten Gesamtrang. Gerhard resümierte: „Wir hatten heute einen großartigen Kampf und ich bin mit unserer Leistung sehr zufrieden. Dass es am Ende ‚nur‘ für den dritten Rang gereicht hat, stimmt mich nicht traurig. Wir wollen und werden uns im kommenden Jahr revanchieren.“

In der RC4-Kategorie konnten sich Reiter/Nemenich mit einer furiosen Aufholjagd am Ende doch gegen die Konkurrenz durchsetzen – trotz ihres Abflugs auf WP1. „Für mich war nach unserem Ausrutscher eigentlich die Rallye gelaufen. Doch die herausfordernden Bedingungen, gerade in den Schotterabschnitten, lagen mir. Am Ende hat einfach alles gepasst, und wie auch immer, wir haben es geschafft, wieder an die Spitze zu fahren“, so Reiter im Ziel.
In der Wertung der Youngtimer Rallye Trophy konnten sich die Seriensieger Heinz-Robert und Martin Jansen mit ihrem Opel Ascona B erneut gegen die Konkurrenz durchsetzen und wichtige Punkte im Kampf um die Meisterschaft gewinnen.
Der bisher Zweitplatzierte Dirk Strauch, der ebenfalls einen Opel Ascona fuhr, musste bereits auf dem Weg zur ersten Prüfung aufgrund eines defekten Hauptbremszylinders aufgeben. Für den Ford-Spezialisten Darius Drzensla kam es noch schlimmer, er zerstörte seinen blauen Escort MK2 auf der zweiten Prüfung nachhaltig an einem Baum.
Einen großen Schritt in Richtung Meisterschaft im Ravenol Deutscher Rallye Cup hat der Schweizer Mathias Schläppi zusammen mit seinem deutschen Beifahrer Markus Kempf gemacht. Die Besatzung des Peugeot 208 konnte erneut die Klasse NC3 für sich entscheiden. In der Wertungsklasse bis 2.000 ccm Hubraum mit insgesamt 26 Teilnehmern konnte sich die Besatzung über die maximale Punktausbeute freuen, während die direkten Konkurrenten jeweils keine volle Punktzahl in ihren Klassen erreichen konnten. „Wir haben uns ein wenig mit den Reifen verpokert. Am Anfang hatten wir zu wenig Profil und haben uns in der Pause auf die dunklen Wolken verlassen, die dann aber leider nicht zu regnen begonnen haben. Daher waren wir mit den falschen Reifen unterwegs. Das hat uns lediglich Plätze im Gesamtergebnis gekostet, nicht aber in der Klasse – und das ist das Wichtigste“, so der Schweizer aus dem Kanton Bern.

Als Veranstalter der Rallye Oberehe bleibt uns am Ende nur, unseren größten Dank auszusprechen: Danke an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die uns erneut ihr Vertrauen geschenkt und den teilweise weiten Weg in die Vulkaneifel auf sich genommen haben. Vielen Dank an unsere freiwilligen Helfer, egal ob beim Auf- und Abbau der Veranstaltung oder entlang der Strecke. Vielen Dank auch an die Bürgermeister und genehmigenden Behörden, mit denen wir in den vergangenen Wochen erneut jede Hürde und Herausforderung erfolgreich meistern durften. Wir haben uns in dieser Zeit hervorragend unterstützt gefühlt. Und letztlich vielen Dank an die Rettungskräfte des Deutschen Roten Kreuzes sowie der örtlichen Feuerwehren. Sie hatten in den vergangenen Wochen genug zu tun und haben uns an diesem Wochenende trotzdem mit so viel Engagement unterstützt.

Die Ausgabe im nächsten Jahr ist bereits für den 20.–21. August terminiert. Nach einer kurzen Verschnaufpause werden wir zeitnah wieder in die Planungen einsteigen.

📝📷 Marcel Ebeling

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